| Elbdampfgesellschaft (1836) | ||||
| Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (1839) | ||||
| Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG, 1867) | Dresdner Frachtschiffgesellschaft | |||
| Übernahme 1876 | ||||
| Auflösung und Überführung in Volkseigentum (1945/1948) "Elbeschiffahrt Sachsen" |
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| Deutsche Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale (DSU, 1950) | ||||
| VEB Fahrgastschiffahrt Weiße Flotte Dresden (1956) | ||||
| Sächsische Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG | ||||
Die Sächsische Dampfschiffahrt, auch Weiße Flotte genannt, mit der Zentrale in Dresden gilt als die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt. Befahren wird die Elbe zwischen Diesbar-Seußlitz bei Meißen und Bad Schandau, zu Sonderfahrten auch bis Ústí nad Labem in Tschechien. Die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG verfügt über ein eingetragenes Kommanditkapital von über 18Mio.Euro, das von fast 500 Kommanditisten gehalten wird. Verwaltet wird sie von der CONTI Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co. KG in München.
Inhaltsverzeichnis
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Die Personendampfschifffahrt auf der Oberelbe begann im Jahr 1834, als ein Heckraddampfboot des Zuckersiederei-Besitzers Heinrich Wilhelm Calberla zwischen Hamburg und Dresden verkehrte. Vorher gab es mehrere Gesuche an den sächsischen König, um mit Dampfschiffen die Segelschiffe und Treidelschiffe abzulösen. Das 1. Gesuch von 1815 (vom Kaufman F. W. Schaff) wurde wie auch weitere abgelehnt. Calberlas Dampfer fuhren bis 1837, danach beteiligte er sich als Aktionär an der Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft.
Am 8. Juli 1836 erhielten zwölf Dresdner Bürger, darunter Benjamin Schwenke und Friedrich Lange, durch König Friedrich AugustII. von Sachsen das alleinige Privileg zur Gründung einer Dampfschifffahrtgesellschaft im Königreich Sachsen. Sie hatten ein Jahr Zeit die Dampfschifffahrt auf der Elbe zu entwickeln und eröffneten im Jahr 1837 die Dresdner Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft.
Parallel wurde 1836 Andreas Schubert, Professor für Mathematik und Mechanik an der Technischen Bildungsanstalt Dresden, Direktor des neugegründeten Dresdner Actien Maschinenbau-Vereins. Schubert, der die Dampfschifffahrt auf der Seine kennengelernt hatte, konstruierte die ersten Dresdner Dampfschiffe, die unter seiner Leitung auf der Vogelwiese am Johannstädter Elbufer gebaut wurden. Im Jahr 1837 ging mit der ?Königin Maria? das erste deutsche Personendampfschiff vom Stapel, dessen erste öffentliche Fahrt nach Rathen im Elbsandsteingebirge führte.
Ab 1839 firmierte die Gesellschaft unter dem Namen Königlich priviligirte Sächsische Dampfschiffahrts-Gesellschaft und das bisher auf 5 Jahre begrenzte Privileg wurde bis 1849 verlängert.
1851 wurde die böhmische Konkurrenz übernommen und ab 26. März 1867[1] firmierte man daher als Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft. 1857 gehörte 10 Personendampfer zur Flotte und 1890 waren es schon 24 und eine Dampffähre. Der kurzzeitiug aufgenommene Schleppdienst wurde aufgrund starker Konkurrenz wieder eingestellt.
1910 erhielt die Flotte ihren Liegeplatz am Dresdner Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse. Im Jahr 1911 besaß die Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrtsgesellschaft 33 Dampfschiffe und beschäftigte fast 540 Personen. 1928 ging aus ihr die ?Weiße Flotte? hervor, deren Name sich auf den weißen Anstrich der Schiffe bezog. 1936 wurde das 100-jährige Jubiläum gefeiert und die Strecke war inzwischen rund 320 km lang und reichte von Litomerice bis Dessau. Die Flotte wurde ständig modernisiert, die Kessel und Dampfmaschinensteuerungen erneuert und mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Ab 1943 erhielten die Dampfer einen Tarnanstrich 5 wurden zur Evakuierung von Hamburg eingesetzt und andere zu Lazarett- und Versorgungsschiffen umgebaut. Drei Dampfer wurden durch Bombentreffer versenkt und ein Schiff wurde im Stadtzentrum behelfsmäßig als Fähre eingesetzt, da die Brücken zerstört waren. 6 Schiffe gingen durch den Krieg verloren.
1948 wurde die damals 16 Raddampfer umfassende Flotte als VEB Elbeschifffahrt Sachsen verstaatlicht. Der Betrieb wurde 1956 aufgelöst. Aus ihm entstanden selbstständige regionale Binnenschifffahrtsbetriebe, unter ihnen die VEB Fahrgastschifffahrt ?Weiße Flotte? Dresden. Deren Schiffe wurden jährlich von etwa 1,5Millionen Ausflüglern genutzt.
1992 wurde das Unternehmen von der Treuhand an die Conti Reederei übergeben. Die verbliebenen Schiffe, darunter acht historische Seitenraddampfer, werden von der neu entstandenen Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG mit mehrheitlicher Beteiligung des Freistaates Sachsen betrieben[2]. Sie wurden in den Jahren 1993/94 grundlegend saniert und originalgetreu restauriert und gingen anschließend wieder auf Fahrt entlang dem Elbtal. Im Dezember 1999 wurde der Personendampfer ?Krippen? zurückgekauft. Nach seiner Überholung auf der Laubegaster Werft wurde er im Sommer 2000 als neunter historischer Raddampfer wieder in die Flotte eingegliedert.
Die Flotte der ?Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG? besteht derzeit aus neun Raddampfern, gebaut zwischen 1879 und 1929, reedereiintern Personendampfer genannt und im Fahrplangebrauch mit dem Präfix PD vor dem Schiffsnamen abgekürzt sowie vier Motorschiffen (Präfix MS), von denen zwei als Salonschiffe bezeichnet werden. Sie befahren täglich die Elbe und passieren dabei Sehenswürdigkeiten der Region wie die Brühlsche Terrasse, das Blaue Wunder, Schloss Pillnitz, die Festung Königstein und die Sächsische Schweiz.
Die als technisches Denkmal geschützten Seitenraddampfer besitzen historische Ruderhäuser und seitliche Schaufelräder in wappenverzierten Radkästen. Sieben von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert: ?Stadt Wehlen? (1879), ?Diesbar? (1884), ?Meissen? (1885), ?Pillnitz? (1886), ?Krippen? (1892), ?Kurort Rathen? (1896) und ?Pirna? (1898). Die ?Diesbar? wird als einziger Raddampfer der Flotte mit Kohle befeuert und steht unter Denkmalschutz. Die Dampfmaschine stammt vom Raddampfer ?Bohemia? aus dem Jahr 1841 und gilt heute als die älteste noch in Einsatz befindliche Raddampfermaschine der Welt[3]. Jünger sind nur der Personendampfer ?Dresden?, das 1926 gebaute Flaggschiff der Flotte, und sein Schwesternschiff ?Leipzig?. Der 1929 gebaute Schaufelraddampfer trägt als einziger nicht den Namen einer Stadt an der Elbe oder einer regional bekannten Persönlichkeit. Er ist der jüngste und größte der Dampfer[4]. Die Raddampferflotte wird durch die Motorschiffe ?Bad Schandau? (1987) und ?Lilienstein? (1982) und seit 1994 durch die beiden Salonschiffe ?August der Starke? und ?Gräfin Cosel? ergänzt.
Zusätzlich zu den jeweiligen Sommer- und Winterfahrplänen werden zahlreiche Sonderfahrten angeboten. Herausragend sind die jährlich am 1.Mai stattfindende Dampferparade aller neun historischen Raddampfer sowie die ?Riverboat-Shuffle? im Rahmen des Internationalen Dixieland Festivals.
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| Name | Bezeichnung der Reederei | Baujahr: Werft und Ort | Länge / Breite über die Radkästen / Tiefgang (leer)[5] | Maschine, Leistung, Kessel | Betriebsstoff: Verbrauch | weitere Namen[6] | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadt Wehlen | Raddampfer | 1879: Dresden Blasewitz | l= 59,2 m b= 10,45 m Tg= 88 cm |
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 180 PS, 2-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 100?120 l/h |
Dresden bis 1926 Mühlberg bis 1962 |
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| Diesbar | Raddampfer | 1884: Dresden Blasewitz | l= 53,5 m b= 10,2 m Tg= 79 cm |
oszillierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Einspritzkondensation, 110 PS, 2-Flammrohr-Kofferkessel |
Kohle: ca. 450 kg/h |
Pillnitz bis 1927 | |
| Meißen | Raddampfer | 1885: Dresden Blasewitz | l= 65,7 m b= 11,2 m Tg= 86 cm |
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 230 PS, 2-Flammrohr-Zylinderkessel; |
Heizöl extra leicht: ca. 100-120 l/h |
König Albert bis 1898 Sachsen bis 1928 |
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| Pillnitz | Raddampfer | 1886: Dresden Blasewitz | l= 65,7 m b= 11,2 m Tg= 80 cm |
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation; 230 PS, 2-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 100?120 l/h |
Königin Carola bis 1919 Diesbar bis 1927 Pillnitz bis 1952 Weltfrieden bis 1993 |
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| Krippen | Raddampfer | 1892: Dresden Blasewitz | l= 56,1 m b= 9,7 m Tg= 80 cm |
oszilierende Zweizylinder-Zwillingsmaschine mit Schiebersteuerung und Einspritzkondensation, 110PS, 1-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 125 l/h |
Tetschen bis 1946 | |
| Kurort Rathen | Raddampfer | 1896: Dresden Blasewitz | l= 57,1 m b= 10,2 m Tg= 81 cm |
oszillierende Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation, 140 PS, 1-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 100 l/h |
Bastei bis 1956 | |
| Pirna | Raddampfer | 1898: Dresden Blasewitz | l= 57,1 m b= 10,4 m Tg= 78 cm |
oszillierende Zweizylinder-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation, 140 PS, 1-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 100 l/h |
König Albert bis 1919 | |
| Dresden | Raddampfer | 1926: Dresden Laubegast | l= 68,7 m b= 12,9 m Tg= 80 cm |
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 300 PS, 2-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 130 l/h |
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| Leipzig | Raddampfer | 1929: Dresden Laubegast | l= 70,1 m b= 12,9 m Tg= 78 cm |
schrägliegende Zweizylinder-Heißdampf-Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und Ventilsteuerung, 350 PS, 2-Flammrohr-Zylinderkessel |
Heizöl extra leicht: ca. 130 l/h |
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| Bad Schandau | Motorschiff | 1987: Yachtwerft Berlin Köpenick (Typ III verlängerte Variante) |
l= 32,1 m b= 5,1 m Tg= 90 cm[7] |
Dieselmotor, 122 PS | Dieselkraftstoff (Gasoil): ca. 24 l/h |
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| Lilienstein | Motorschiff | 1982: Yachtwerft Berlin-Köpenick (Typ III) |
l= 28,5 m b= 5,1 m Tg= 90 cm[7] |
Dieselmotor, 122 PS | Dieselkraftstoff (Gasoil): ca. 20 l/h |
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| August der Starke | Salonschiff | 1994: DBW Tangermünde | l= 75,03 m b= 10,60 m Tg= 95 cm |
2x Dieselmotor 340kW / 460 PS | Heizöl extra leicht: ca. 1.300 l/Tag |
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| Gräfin Cosel | Salonschiff | 1994: DBW Tangermünde | l= 75,03 m b= 10,60 m Tg= 95 cm |
2x Dieselmotor 340kW / 460 PS | Heizöl extra leicht: ca. 1.300 l/Tag |
Die Namen sind nicht fest mit den Schiffen verbunden. So hießen ?Pirna? und ?Pillnitz? früher ?König Albert? und ?Königin Carola?. Der Name ?Tetschen?, nach dem tschechischen D??ín, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in ?Krippen? geändert. Die Schiffe mit DDR-Bezeichnungen wie ?Weltfrieden?, ?Karl Marx? oder ?Friedrich Engels? wurden 1991 umbenannt oder sind nicht mehr in Dienst. Die Schiffe ?J.F.Böttger? (ex ?Friedrich Engels?) und ?M.D.Pöppelmann? (ex ?Karl-Marx?) dienen in Dresden-Neustadt als Jugendherbergen. ?August der Starke I? (ex ?Ernst Thälmann?) und ?Gräfin Cosel I? (ex ?Wilhelm Pieck?) wurden verschrottet. Das gleiche Schicksal erlitten zur Jahrhundertwende die lange aufgelegten Dampfer ?Schmilka? (ex ?Hohenzollern?) und ?Junger Pionier? (ex ?Karlsbad?). Die Maschinenanlagen wurden jedoch eingelagert. Nach dem Kurbelwellenbruch der ?Pirna? wurde die Welle des Schwesterschiffes ?Junger Pionier? in erstgenannte eingebaut. Es kam aber auch vor, dass repräsentative Namen an modernere Schiffe abgetreten wurden, so trug den Namen ?Dresden? in früherer Zeit ein kleinerer und wesentlich älterer Dampfer, der heute mit ?Stadt Wehlen? benannt ist.
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51.05394722222213.742744444444Koordinaten: 51°3?14?N, 13°44?34?O
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