Die Äquatortaufe (auch: Linien- oder Neptunstaufe) ist ein weltweit übliches Ritual von Seeleuten, wenn ein Besatzungsmitglied oder ein Passagier zum ersten Mal den Äquator überquert.
Die Äquatortaufe ist ein Initiationsritus, jedoch keine Taufe im religiösen Sinn. Der Brauch hat seinen Ursprung in der Zeit der Entdeckungsreisen der Portugiesen, die beim Überschreiten des gefürchteten Äquators ihren Mut und ihre Gläubigkeit durch eine Taufe bekräftigen wollten. Vor den Fahrten der Portugiesen herrschte die Meinung vor, die Äquatorregion sei zu heiß, um sie zu bewohnen oder zu durchqueren, und eine Expedition in die südliche Hemisphäre müsse unweigerlich tödlich verlaufen.
Der Täufling wird von (einem verkleideten) Neptun gereinigt, erhält einen see- oder wetterbezogenen Scherznamen und bekommt eine Urkunde verliehen. Diese Art des Ritus hat sich in Kinderferienlagern als Neptunfest erhalten.
In der Berufsschifffahrt ist die Äquatortaufe heute nur noch selten anzutreffen. Das früher oft brutale und erniedrigende Ritual dient heutzutage einfach nur der Unterhaltung. Bei der Deutschen Marine wird die Äquatortaufe noch häufig praktiziert, allerdings unter besonderer Kontrolle durch den Schiffsarzt und nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Beteiligten. Auf deutschen Forschungsschiffen werden Äquatortaufen und Polartaufen durchgeführt, wenn die Zeit es zulässt.
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