Dresden liefert „Massai-Fähren“ für Kenia

Dresden liefert Fähren für Kenia

Insgesamt 40 Werftarbeiter bauen an zwei 70 Meter langen Schiffen. Stapellauf ist Mitte November.

Werft-Chef Torsten Müller empfing im März 2009 den kenianischen Verkehrsminister Chirau Ali Mwakwera sowie John J. Ria und
Joseph Kingi von „Kenya Ferry Services“.

Laubegast - Zwei Fähren für das kenianische Mombasa werden Mitte November in Laubegast fertiggestellt. Bei dem Auftrag im zweistelligen Millionenbereich handelt es sich um das größte Neubauprojekt der Schiffswerft seit 1952. Die Schiffe sind jeweils 70 Meter lang und 450 Tonnen schwer. Eingesetzt werden sie künftig im Likoni-Kanal. Bekannt geworden ist die Fährstelle durch den Film „Die weiße Massai“. Einige Szenen spielten auf den derzeitigen Fährschiffen. Diese sind 50 Jahre alt und sehr klein. Sie werden dann von den in Laubegast gebauten Schiffen ersetzt.

Vom Typ her sind die beiden neuen Schiffe dieselben wie die Pillnitzer Schloßfähre, sagt der Technische Leiter der Werft, Udo Rehm. Einzig die Größe ist unterschiedlich. Denn bis zu 1500 Menschen oder 50 Pkw passen drauf. „Das ist schon keine kleine Nummer mehr“, sagt der 44-Jährige. Etwa 40Mitarbeiter bauen zurzeit an den Fähren. Die Werft hat extra noch 15 Leute dazugeholt. „Denn wir können das nicht alleine stemmen“, erklärt Udo Rehm.

Nach dem Stapellauf werden die Fähren von Laubegast auf der Elbe nach Hamburg fahren, wo sie dann in einem Spezialschiff nach Kenia gebracht werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Denn die Fahrt in die Hansestadt ist auch vom Pegelstand der Elbe abhängig.

In den nächsten Wochen bis zur Auslieferung werden noch Details mit den Auftraggebern abgesprochen. „Das ist nichts Ungewöhnliches während eines solchen Projekts“, sagt der Schiffsbaufertigungstechniker. „Das ist ähnlich wie beim Autokauf, da lässt man auch kurz vorher noch mal die Scheinwerfer ändern“, erläutert der Technische Leiter der Werft.

Für die Zeit nach der Auslieferung steht auch schon ein weiteres Großprojekt an. Die Werft Laubegast will das älteste Seebäderschiff der Ostsee „Der Kronprinz“ wiederherstellen. Dieses wurde 1910 in Rostock gebaut. Es diente während des Zweiten Weltkriegs als Hilfsminensucher und später als Ausflugsfähre.

Quelle: sz-online

Foto: Michael Schöpf


News vom: 20.10.2009 - 21:27 .: Zurück zur Übersicht