Neuer Chef der ältesten und größten Raddampferflotte

Neuer Chef der Sächsischen Raddampferflotte


Michael Lohnherr bisheriger Geschäftsführer der Sächsischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft verlässt die älteste und größte Raddampferflotte der Welt und genießt ab 1. August seinen wohlverdienten Ruhestand. Der neue Geschäftsführer Sebastian Meyer-Stork stammt aus Bielefeld und ist Textilfachmann und Geschäftsführer einer mittelständischen Textilveredlungsfirma in seiner Heimat.

Als Vorsitzender des Forschungskuratoriums Textil wurde der 47- Jährige 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das vergangene Jahr war er als freier Unternehmensberater tätig. Seinen früheren Betrieb leitet inzwischen sein Bruder Markus Meyer-Stork.

„Anfang des Jahres ist die Stelle in der Süddeutschen und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgeschrieben worden. Die Entscheidung der Gesellschafter der Sächsischen Dampfschifffahrt fiel auf Sebastian Meyer-Stork“, bestätigte gestern Stephan Gößl, Sprecher des Finanzministeriums. Eigentümer der Flotte sind der Freistaat Sachsen und die Conti-Reederei Putzbrunn bei München.

Wie viele Bewerbungen eingegangen waren, konnte Gößl nicht sagen. Überzeugt habe schließlich Meyer-Stork mit der Referenz seines erfolgreichen Unternehmertums. Am 1. August wird er Michael Lohnherrs Zepter übernehmen und voraussichtlich die letzte Juliwoche nutzen, um sich mit den betrieblichen Abläufen vertraut zu machen. „Ein großes Händeschütteln für die Öffentlichkeit wird es nicht geben“, sagte Michael Lohnherr, der am 1. September 1996 bei der Sächsischen Dampfschifffahrt als Geschäftsführer angeheuert hatte.

Aber: „Ich hinterlasse meinem Nachfolger ein top geführtes Unternehmen mit gut gefüllten Bankkonten“. Zum Glück, so Lohnherr, blieben alle seine Mitarbeiter an ihren Plätzen. Und dass er den seinen räumt, sieht er mit Freude.

Mit Vorfreude auf die freie Zeit nach 42 Arbeitsjahren. „Ja, tatsächlich – ich bin doch schon 66-einviertel“, sagt er. Viel Lesen, Freunde treffen und reisen, so ungefähr hat er seinen wohl verdienten (Un)ruhestand schon geplant.

Doch zuvor wird es noch eine große Feier geben. Die bereiten seine Kollegen gerade für ihn vor. Am 18. Juli soll sie im Schillergarten steigen, und sicher werden sich zahlreiche Persönlichkeiten der Stadt einfinden, um ihn zu verabschieden. Michael Lohnherr mischt sich in die Planung nicht ein und will sich überraschen lassen.

Ganz groß plant indes Sebastian Meyer-Stork. Er hat sich aus der Ferne bereits auf Wohnungssuche begeben, was auf einer Distanz von rund 500 Kilometern zwischen Bielefeld und Dresden nicht ganz so einfach ist. Doch möglichst bald will er zusammen mit seiner Frau und den vier Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren an seine künftige Wirkungsstätte ziehen.

Wahl-Dresdner werden

Das sehe sein Vertrag so vor, es sei ihm aber vor allem ein Herzensbedürfnis: „Wir wollen Dresdner werden“, kündigte er an.

Darauf, hier zu leben und eine solch großartige Herausforderung wie die Leitung der Dampfschiffffahrts-Gesellschaft anzunehmen, freue er sich schon sehr. „Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich mich in Dresden schon auskenne“, gibt der Diplom-Chemiker zu. Doch er habe sich in der Stadt häufig umgesehen, „und wir haben den Wiederaufbau der Frauenkirche mit großem Interesse verfolgt“.

Quelle:sz-online    www.seefahrt24.de

 

 

News vom: 17.06.2009 - 21:54 .: Zurück zur Übersicht